Label: Mutantjasz
Man man man… liegt das bloß an meiner wieder entfachten „Weihnachts – Euphorie“ und an der Tatsache, dass man während der winterlichen Monate irgendwie wesentlich offener für wohlig – melancholische Klänge zu sein scheint oder ist es wirklich so, dass es in den letzten Wochen eine wahre Flut an hochkäratigen Veröffentlichungen gegeben hat?! Hin oder her: Der brandneue Longplayer der israelischen Combo „SOPHYA“ (bestehend aus: Goldkehlchen Sonja, Programmierer und Mastermind Idan K., sowie (ja! Ihr lest richtig!) dem
CLAN OF XYMOX Live – Gitarristen Mario Usai (welcher sich bei SOPHYA am Bass betätigt)) lässt Weihnachtsträume Wirklichkeit werden und macht sich nicht nur vortrefflich als Background – Beschallung beim Christmas – Dinner der etwas anderen Art!
Auf „Third Wish“ reiht sich eine musikalische Perle an die Nächste. Tracks wie der großartige Opener „More“ oder die gewagte, aber sehr schön inszenierte Coverversion des JOY DIVISION – Klassikers „Transmission“ bestechen durch eine einzigartige Mischung aus „curigen“ Wave – Elementen, JOY DIVISION – ähnlichen Gitarrenläufen und einer zarten Priese „Angelic Voices“ – allerdings ohne dabei so aufdringlich zu klingen wie etwa L’AME IMMORETELLE: Sonja’s unverwechselbare Stimme ist nicht unbedingt der Dreh – und Angelpunkt von SOPHYA’s Gesamtkompositionen.
Eher kuschelt sie sich zart, unauffällig und beinahe klammheimlich in den instrumentalen Klangteppich hinein, um ihn zu veredeln und zu komplettieren.
„Third Wish“ ist ein – auf den ersten Blick – sehr stilles, unaufdringliches Album geworden, welches aber gerade aus dieser subtilen Form der Melancholie heraus seine enorme Stärke entwickelt. Somit scheinen die eben genannten Vergleiche mit Grössen wie
THE CURE oder JOY DIVISION durchaus angebracht. Mehr noch: SOPHYA schaffen es das Grundkonzept besagter Bands auszubauen und in die Neuzeit zu transferieren, indem sie sich nicht scheuen, ihren Songs durch moderne Synthie – Pop – Anleihen und heimelige Key – Flächen eine ganz besondere atmosphärische Dichte zu verleihen. Mit „Third Wish“ ist Idan und Co ein wirklich bemerkenswertes Album voller Gegensätze gelungen: Gleichsam kuschelig wie eisig – kalt, beruhigend wie aufwühlend und sowohl der möglicherweise einzige Grund für ein scheues Lächeln an einem diesigen Wintertag, wie der pefekte Suizid – Soundtrack… Hut ab!
Bandwebsite: http://www.sophyamusic.netAutor: Shirin Vorsmann