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THE BEAUTY OF GEMINA - "Diary Of A Lost"
Label: Monkey Music
VÖ-Termin: 02.02.2007
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Es geschehen doch noch Zeichen und Wunder! Das Reinhören in irgendwelche Debut-Alben von Bands, deren Namen ich noch nie gehört habe, schiebe ich eigentlich so lange wie möglich vor mir her. Die Zeiten, in denen ich gehofft habe, einen viel versprechenden Newcomer darunter zu entdecken, sind längst vorbei. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, dass jemals ein solches Album die vollmundigen Versprechungen des Plattenlabels auch nur annähernd erfüllen konnte. So habe ich dann auch "Diary Of A Lost" ganz nach hinten gepackt (und noch mal weiter nach hinten), aber irgendwann kommt halt doch der Zeitpunkt, an dem man sich nicht mehr drücken kann. Also denn, rein in den CD-Player und versuchen, sich nicht die Laune von der garantiert grottenschlechten Musik versauen zu lassen. Aber, was ist das?!? Ihr ahnt es sicher schon - da ist er, der viel versprechende Newcomer! Und dann auch noch aus der Schweiz! Die CD ist wirklich gelungen, von Anfang bis Ende. Eine ausgewogene Mischung aus rockigen und elektronischen Songs, Balladen und Dancefloor-Hits, Industrial, Dark Wave, EBM und noch viel mehr. Das hört sich jetzt nach einem musikalischen Flickenteppich an, ist es aber nicht. Im Gegenteil. Die einzelnen Elemente wirken wie verschiedene Gegenden in einer düsteren musikalischen Landschaft, die durch einen atmosphärisch dichten Pfad verbunden sind, den entlang Michael Sele den Hörer mit seiner charismatischen Stimme führt. Los geht’s in der "Suicide Landscape", mit eingängigen, düster-elektronischen Schritten mittleren Tempos hinein in die Dunkelheit voll mystischer Abenteuer. "Hunters" jagen durch steinigere, sprich: rockigere Industrialgebiete, "Victims Of Love" stampfen über EBM-Dancefloors. Die Ballade "Forgiveness" verschafft mit ruhigen Pianotönen eine Atempause, bevor "Trapped" den Hörer mit krachenden Instrumentalattacken bombardiert und die "Monsters In Me" ihn durch ein wahres Klanggewitter peitschen. Das achtminütige Instrumental-Epos "La Reve De L’infidele" lässt die Reise schließlich mit sanften Tönen ausklingen. Eine Wanderung durch die Nebel des Schattenlandes, die durch die vielen unterschiedlichen Stilelemente zu einer spannenden Unternehmung voller Melancholie und Dramatik wird. "Diary Of A Lost" bietet zwar keine revolutionär neuen Töne, ist aber ein handwerklich sauber gemachtes Album, das streckenweise an DIARY OF DREAMS erinnert. Einzig die Texte sind wirklich nicht so tiefgründig, dass man sie noch alle (teilweise sehr frei) hätte übersetzen müssen.

Bandwebsite:  www.thebeautyofgemina.com
Autor:  SARS

 
  
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